Friendica auf Webspace installieren - Ein ehrlicher Erfahrungsbericht

Ist es möglich, Friendica auf Webspace zu installieren? Unter bestimmten Umständen schon, ja. Ist es sinnvoll? Nein, auf keinen Fall. Natürlich kann man testweise versuchen, eine Friendica-Installation auf Webspace aufzusetzen. Ich persönlich würde aber unbedingt davon abraten. Wenn der Wunsch nach einer eigenen Instanz da ist - bitte auf einem eigenen Server, wegen meiner auch vServer, Root-Server, wie auch immer, aber nicht auf Webspace! Für den Einstieg empfehle ich immer Managed Hosting.

Die meisten Webspaceangebote sind dafür gemacht, kleinere Blogs, Shops o.ä. zu beherbergen, bei manchen Webspace-Paketen gibt es natürlich auch etwas mehr Leistung. Die Kosten sind dann meistens entsprechend höher. Trotz alledem erzeugt Friendica nicht nur eine Menge Traffic, sondern hat auch andere Ansprüche, die leider auf dem ersten Blick nicht sofort ersichtlich sind.

Ich selbst kann aus meiner persönlichen Erfahrung berichten: Ja, Friendica kann auf Webspace "laufen"! Und ja, es gibt auch einige Erfahrungsberichte von Nutzern, die Friendica auf Webspace installiert haben und dieses nach wie vor nutzen. Natürlich gibt es auch Menschen, die dir erzählen wollen, Friendica läuft auf einem Raspberry 2. Dann muss man aber auch einmal klar definieren, was hier mit "laufen" gemeint ist:

Ja, Friendica funktioniert, irgendwie. Aber nicht so, wie du es vermutlich von der Instanz kennst, auf der du deinen bisherigen Account hast, nein. Und wenn die Datenbank erst einmal wächst... Updates eingespielt werden müssen usw., dann treten die ersten Probleme auf.

Ein kleiner Erfahrungsbericht von mir aus dem Jahr 2024:

Ich hatte mich damals bei einer Instanz registriert und wollte irgendwann eine eigene Instanz haben. Also installierte ich mir Friendica auf meinen Webspace. Bei mir persönlich war es so, dass die Installation schon recht schwierig war, weil man natürlich auf Webspace sehr viel reduzierter arbeiten kann und nicht den exklusiven Zugriff hat, den ein eigener Server bietet. Man muss halt mit dem arbeiten, was der Hoster einen anbietet. Als ich irgendwann "irgendwie Friendica" dort tatsächlich zum laufen bekommen und eingerichtet hatte, auch nutzte, merkte ich natürlich auch, dass die Geschwindigkeit eine völlig andere war, als auf der Instanz, von der ich vorher kam. Langsam, manchmal luden die Seiten nicht. Naja, man ist ja genügsam, dachte ich. Aber so richtig "gut" lief es nicht.

Ich hatte auf meinem Webspace auch noch einen Blog mit WordPress installiert, dieser hatte nicht großartig viel Besucher. Eines Tages konnte ich keine WordPress-Updates mehr laden. Auch mit Friendica lief etwas nicht richtig. Nach einigen Tagen schrieb ich meinen Webspaceanbieter an und fragte nach. Und ich habe gerade extra die Original-E-Mail herausgesucht, die ich als Antwort vom Support erhielt:

Danke für Deine Anfrage. Seit dem xx.xx.xxxx wurden ausgehende Verbindungen über Deine Webseite von uns blockiert, weil innerhalb von 15 Minuten eine sehr große Anzahl von Verbindungen aufgebaut wurde, was meist auf einen Mißbrauch hindeutet. Deshalb sperrt unser System das automatisch. Wir haben die ausgehenden Verbindungen nun wieder freigegeben. Sollte aber noch etwas auf Deinem Webspace sein, was erneut so viele Verbindungen aufbaut, könnte es wieder zu einer Sperrung kommen.

Tja. Da stand ich nun und wusste nicht, was nun. Endlich lief Friendica und dann wird mir einfach was gesperrt... Was natürlich völlig logisch ist. Friendica baut im Hintergrund sehr, sehr, sehr viele Verbindungen zu anderen Servern auf, das kann normaler Webspace gar nicht stemmen, da dieser überhaupt nicht für so etwas ausgelegt ist.

Was dann folgte, war ein Umzug mit Friendica von Webspace auf einen vServer... ich hatte aufgrund weniger Erfahrungen nur mit Müh und Not Friendica auf dem Webspace installiert bekommen - hatte nur sehr wenig Erfahrungen mit einem eigenen Server. Ich musste mir tatsächlich Hilfe nehmen, da ich zu dem Zeitpunkt nicht in der Lage war, mit diesen exportierten Dateien Friendica auf dem vServer zu installieren. Und es dauerte, bis es dann auch wirklich auf dem vServer rund lief.

"Man zahlt in dieser Zeit eine Menge Lehrgeld" - diese Aussage kann ich nur bestätigen. Auch, dass eine "Lernkurve" gibt, ja. Aber: Warum denn den selben Fehler begehen, den andere schon gegangen sind?!

Den "Traum" von einer eigenen Instanz muss man aber trotzdem nicht aufgeben. Um erst einmal reinzuschnuppern, wie sich das so anfühlt, eine eigene Instanz zu haben, gibt es sogenannte "Managed Hosting"-Angebote. Bei diesen Angeboten erhält man eine eigene Instanz, ganz für sich alleine, es stehen aber ganz andere Ressourcen zur Verfügung als auf Webspace. Die Verwaltung des Servers, auf dem diese Instanz liegt, wird von Profis übernommen. Auch um Updates etc. muss man sich dabei nicht kümmern.

Wer den Schritt gehen möchte, einen eigenen Server betreiben zu wollen, sollte dies ebenfalls tun. Hierbei sollte man aber auch einmal klar sagen, dass es nicht nur einiges an Verantwortung mit sich bringt, einen eigenen Server zu betreiben, sofern man nicht eine unkontrollierte Spamschleuder ins Netz stellen möchte, sondern man sich selbst um alles alleine kümmern muss: Updates, Sicherheit, Probleme, Fehler, und und und.

#Friendica, #Webhosting

in reply to fedinaut

@fedinaut @Jools Rufe mal bei dir /network?channel=discover bzw. global auf. Dann sollte bei einer integrieten Instanz (die andere bereits kontaktiert hat) etwas kommen. Auch bringt es was, Hashtags zu folgen und Relays hinzu zu fuegen. Das sollte auch die beiden Kanaele mit Beitraegen befuellen. Denke aber auch daran, dass du die Bereinigung von zu alten Beitraegen (die nicht verfolgt bzw. mit einem Sternchen versehen sind) aktivieren solltest, sonst laeuft auf Dauer deine Datenbank voll und das geht dann immer schneller, je mehr andere Instanzen deine "kennen".